Theater- und Tanzverein

K.A.P. Dornholzhausen e.V.

Kultur, Aktionen, Projekte

2026 @KAP Dornholzhausen - Theater- und Tanzverein
2026 @KAP Dornholzhausen - Theater- und Tanzverein
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Zwei Abende voller Witz, Spannung und Spielfreude:
KAP Dornholzhausen begeistert mit der Krimikomödie
„Bares, Rares – und weg war es!“

Kaum hat Elmar von Wildenburg seine Idee, alte Erbstücke zu versilbern, umgesetzt, beginnt das Chaos: Denn wenn ein verarmter Schlossherr, eine überhebliche, geldgierige Großtante und ein verschwundenes Porzellanhuhn aufeinandertreffen, ist klar: Es wird turbulent. Das bewiesen die Darstellerinnen und Darsteller des Theater- und Tanzvereins K.A.P. Dornholzhausen am Wochenende eindrucksvoll – und verwandelten mit der Krimikomödie „Bares, Rares – und weg war es!“ das örtliche Bürgerhaus in eine Bühne voller Witz, Charme und Spielfreude. Beide Vorstellungen waren nahezu ausverkauft.

Vereinsvorsitzender und Intendant Jörg Müller begrüßte die Gäste am Samstag- und Sonntagabend und kündigte einen unterhaltsamen Theaterabend an – ein Versprechen, das das Ensemble definitiv einlöste. Mehr als zwei kurzweilige Stunden lang folgten die Zuschauer einem komischen Verwirrspiel im Adelsmilieu.

Das Stück des Autorenkollektivs „Die Acht“ erzählt von Elmar von Wildenburg, einem gutmütigen, etwas zerstreuten Schlossherrn, der bis über beide Ohren in Schulden steckt – und das ausgerechnet bei der überheblichen Großtante Anastasia von Roskova. Um die Finanzen zu retten, will Elmar ein paar alte Schätze aus dem Schloss in einer bekannten Fernsehshow versilbern. Doch der vermeintlich harmlose Verkauf eines Porzellanhuhns setzt eine turbulente Kettenreaktion in Gang: Das Hühnchen – und sein Zwillingsstück, das noch im Schloss schlummert – entpuppen sich als wertvolle Fabergé-Objekte, die der russische Zar einst Vorfahren der Wildenburgs schenkte. Plötzlich steht eine Summe von 25 Millionen Euro im Raum, die alle finanziellen Sorgen der Adelsfamilie mit einem Schlag lösen könnte. Elmar versucht deshalb verzweifelt, den Verkauf rückgängig zu machen – schließlich hat er das Huhn für gerade einmal 2.500 Euro verscherbelt. Auch Großtante Anastasia wittert ihre Chance: Sie bietet großmütig an, Elmars Schulden zu erlassen, wenn er ihr beide Hühner überlässt. Doch eines davon ist ja längst verkauft. Was folgt, ist eine irrwitzige Jagd nach dem verschwundenen Fabergé-Huhn – ein Spiel voller kurioser Situationen, adeliger Eitelkeiten und einem überraschenden Ende.

Dass aus der Krimikomödie ein humorvoller Reigen an Pointen und Situationskomik wurde, lag an der mitreißenden Spielfreude und Präsenz aller Darsteller. Allen voran brillierte Dr. Frank Schneider als liebenswert verpeilter Elmar von Wildenburg mit feinem Gespür für Timing, großartiger Mimik und einem charmanten sächsischen Zungenschlag. Jörg Müller überzeugte ebenso als Hausdiener Gisbert mit britischer Steifheit und einer herrlich augenzwinkernden „Dinner for One“-Einlage. In der Rolle der exzentrischen Fürstin Anastasia glänzte Gaby Schorat, die mit schneidiger Arroganz und pointierter Gestik das Publikum immer wieder zum Lachen brachte. Janina Zemelka gab der geheimnisvollen Okkultistin Madame Irnina eine wunderbar schräge Note und spielte mit vollem Körpereinsatz. Für frischen Wind auf der Bühne sorgten Helena Grünebaum als social-media-affine Tochter Berenike und Nina Weitzel als deren Mutter Rosalinde, die sich tapfer zwischen Ehemann, Großtante und Familiendrama behauptete. Matthias Höffner verkörperte den verliebten Kunsthändler Philipp Keyser sehr sympathisch. Wilfried Heidl als wortgewandter Polizeiwachtmeister rundete das Ensemble sehr präsent und urkomisch ab. Mit einem Kurzauftritt als Waldemar Irrlichter überzeugte Lothar Haas.

Unter der bewährten Regie von Julie Ann Pownall gelang es dem Ensemble, das temporeiche Stück mit klarer Struktur, klug gesetzten Pointen und ansteckender Spielfreude umzusetzen. Ein detailreiches Bühnenbild und liebevoll gestaltete Kostüme, die den Charakter jeder Figur treffend hervorhoben, trugen ihren Teil zur Atmosphäre bei – adelig, aber mit Augenzwinkern.

Am Ende feierte das Publikum die Darsteller mit langanhaltendem, hochverdientem Applaus. Kein Wunder: Selten erlebt man, dass ein Amateurtheater mit solcher Hingabe, Präzision und Leichtigkeit ein Stück trägt. Die beiden Abende waren ein gelungenes Beispiel dafür, wie lebendig und professionell Laienspiel sein kann – und wie viel Herzblut in Dornholzhausen auf der Bühne steckte.

StückBares, Rares - und weg war es!
AutorenAutorenkollektiv „Die Acht“
RegieJulie Pownall
InspizientLothar Haas
MaskeMargarete Dank
Ester Dank
BühnenbildWilfried Heidl
Frank Schneider
Licht und TonChristian Krauß
SouffleuseAngela Weitzel
In den Rollen
Elmar von WildenburgFrank Schneider
Rosalinde von WildenburgNina Weitzel
Berenike von WildenburgHelena Grünebaum
GisbertJörg Müller
Fürstin Anastasia von RoskovaGaby Schorat
Philipp KeyserMatthias Höffner
Bianca Berthold/Madame IrinaJanina Zemelka
Waldemar IrrlichterLothar Haas
Ulf WrobelWilfried Heidl
Royaler StargastJulie Pownall
Aufführungen
08.+09.11.2025Bürgerhaus Dornholzhausen
17.+18.01.2026Dorfgemeinschaftshaus Butzbach-Ostheim
Nachweise
Bilder (1)(2)Wolfgang Saul
Bild (3)Angela Weitzel
TextImme Rieger (Heimatblatt Langgöns)